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Rezepte und Ernährungsthemen für ein Leben nach dem Motto eat.drink.live.natural.

Der Blog „natürlich essen" widmet sich natürlicher, gesunder Ernährung mit klarem Blick auf Paleo- und Kosher-Prinzipien. Von Frühstück über Hauptgerichte bis zu Desserts – hier finden sich Rezepte, Einkaufslisten und Hintergründe rund um unverarbeitete Zutaten.

Zwei offene Sandwiches mit Spiegeleiern, Speck, Salat und Tomate auf einem Holzbrett, herzhafte rustikale Stimmung in warmen Brauntönen
Glaskaraffe mit tiefrotem Saft auf gestreiftem Stoff, kräftige Beerentöne
Frisch gebackene Muffins in Papierförmchen auf dunklem Backblech, goldbraune heimische Stimmung

Koscheres Cholent mit Kartoffeln und Rindfleisch

Ein Cholent ist ein langsam geschmortes Schabbatessen, das traditionell von Freitagnachmittag bis zum Beginn des Schabbats im Herd kocht. Rindfleisch, Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Estragon bilden eine würzige Basis. Die lange Garzeit macht das Gericht bekömmlich und aromatisch, ohne dass eine Fülle von Zutaten nötig wäre. Koschere Linsensuppe Mit Kreuzkümmel.

Dieses koschere Cholent mit Kartoffeln und Rindfleisch entsteht ohne Milchprodukte und mit einer schlichten Gewürzkombination. Da die Zutaten bereits vor Sonnenuntergang bereitstehen, bleibt der eigentliche Kochvorgang am Schabbat unkompliziert. Der Topf sorgt außerdem für die passende Begleitung zu Salat, eingelegtem Gemüse und einem langen, ruhigen Schabbatessen.

Ein herzhaftes Schabbatessen

Cholent gehört zu den bekanntesten Gerichten osteuropäischer jüdischer Gemeinden. Es wird gewöhnlich aus Fleisch, Kartoffeln, Hühnchen, Bohnen oder Linsen sowie unterschiedlichem Wurzelgemüse zubereitet. Die genaue Zusammensetzung ist regional verschieden, doch das Grundprinzip bleibt gleich: Das Essen kocht über Stunden hinweg in einer geschlossenen Umgebung.

Der intensive Geschmack entsteht durch Hitze, Zeit und wenige, gut ausgewählte Aromen. Das Fleisch wird zart, die Kartoffeln saftig, und die Brühe verbindet alle Zutaten zu einem rustikalen Gericht. Aufgewürzt wird das Cholent meist mit Kreuzkümmel, Paprika, Lorbeer, Pfeffer und etwas Säure.

Diese Variante verzichtet auf Hühnchen und Hülsenfrüchte. Das Rindfleisch liefert den kräftigen Geschmack, während Möhren, Pastinaken, Sellerie und Kartoffeln eine süß-herbe Basis bilden. Der moderate Einsatz von Paprika und Kreuzkümmel hält das Gericht würzig, ohne die natürlichen Aromen der Zutaten zu überdecken.

Zutaten und Einkaufsliste

Für sechs bis acht Portionen werden etwa ein Kilogramm Rindfleisch aus der Rinderschulter, 700 Gramm festkochende Kartoffeln, drei Möhren, zwei Pastinaken, eine Zwiebel, zwei Selleriestangen und vier Knoblauchzehen benötigt. Dazu kommen zwei Esslöffel Olivenöl, zwei Teelöffel edelsüße Paprika, ein Teelöffel Kreuzkümmel, getrockneter Thymian, zwei Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer.

Als Flüssigkeit dienen rund 1,2 Liter koschere Rindfleischbrühe oder Wasser. Die Brühe sollte das Fleisch knapp bedecken und einen würzigen, aber nicht zu intensiven Geschmack haben. Wer eine mildere Brühe bevorzugt, kann sie mit etwas Wasser verdünnen und die Würzung entsprechend anpassen.

Bei der Auswahl der Produkte sind Milchprodukte und andere nicht koschere Zusätze auszuschließen. Brühe, Öl und Gewürzmischungen sollten entsprechend gekennzeichnet sein. Für weitere Rezepte, Einkaufslisten und Hinweise zu natürlichen Zutaten bietet die Seite natürlich essen einen sinnvollen Anlaufpunkt.

Vorbereitung und Würzung

Das Rindfleisch wird in große, gleichmäßige Würfel geschnitten und in einer schweren Pfanne mit etwas Olivenöl angebraten. Die Stücke erhalten dadurch eine dunklere Oberfläche und geben später mehr Aroma an die Brühe ab. Zwiebel und Knoblauch dürfen währenddessen nur kurz mitrösten, damit sie nicht verbrennen.

Die Möhren, Pastinaken und der Sellerie werden in grobe Stücke geschnitten. Nach dem Anbraten des Fleisches kommen sie mit den aromatischen Zutaten in den Topf. Paprika, Kreuzkümmel, Thymian und Lorbeerblätter werden ebenfalls hinzugefügt, bevor die Brühe das Fleisch umschließt.

Bei einer großen Schabbatrunde hilft ein vorab festgelegter Ablauf. Wie das Management im Profisport arbeitet auch die große Schabbatküche mit klaren Zuständigkeiten: Eine Person kauft ein, eine zweite bereitet die Zutaten zu, und eine dritte beaufsichtigt anschließend den Topf.

Garen am Schabbat

Für eine Gesamtdauer von etwa sieben Stunden beginnt die Zubereitung am Freitag ungefähr sieben Stunden vor Sonnenuntergang. Zunächst kommen das Fleisch, die Brühe und das zähere Gemüse in den geschlossenen Topf. Dieser wird bei 140 Grad Celsius in den Ofen gestellt. Nach ungefähr drei Stunden werden die Kartoffeln hinzugefügt, sodass sie ausreichend garen, aber ihre Form behalten.

Während des Schabbats wird weder die Temperatur verändert noch der Deckel geöffnet. Ein Gerät, dessen Einstellung vor Schabbat festgelegt und anschließend unverändert bleibt, wird nach den Regeln vieler Gemeinden als geeignet betrachtet. Bei bestimmten Öfen und Slow Cookern können jedoch Modifikationen oder besondere rabbinische Freigaben erforderlich sein; die örtliche Entscheidung ist maßgeblich.

Nach sieben Stunden sollte das Rindfleisch weich und die Brühe dickflüssig sein. Der Topf muss vor dem Einschalten vorgeheizt sein, damit das Essen sofort zu garen beginnt. Das fertige Cholent kann heiß oder bei Raumtemperatur serviert werden. Nach dem Schabbat lässt es sich im geschlossenen Topf weitere mehrere Stunden warmhalten.

Kartoffeln, Fleisch und Textur

Für diese Zubereitung eignen sich festkochende Kartoffeln, da mehligkochende Sorten beim langen Garen leicht zerfallen. Die Kartoffeln werden in Salzwasser zehn bis zwölf Minuten vorgekocht, sorgfältig abgetropft und dann in den heißen Topf gelegt. So bleiben sie kompakt und nehmen während der restlichen Garzeit den Geschmack der Brühe auf.

Beim Rindfleisch ist die Schnittgröße entscheidend. Große Stücke aus der Schuler bleiben saftig und zerfallen nicht, während zu kleine Würfel rasch austrocknen. Das Bindegewebe wandert bei langer Hitze zu Gelatine und macht das Fleisch zart. Die erdige Note von Kreuzkümmel, wie sie auch die koschere Linsensuppe prägt, passt hervorragend zu diesem Geschmacksprofil.

Beilagen und Variationen

Ein grüner Salat, eingelegte Gurken, Sauerkraut oder ein saftiger Rettich ergänzen das warme Cholent. Sauce mit Meerrettich sorgt für Schärfe, sofern sie ohne Milchprodukte zubereitet wird. Alle Beilagen sollten vor Sonnenuntergang bereitstehen, da am Schabbat weder neue Gerichte zubereitet noch Zutaten geschnitten werden.

Eine rein vegane Beilage liefern selbstgemachte Bratlinge aus Kichererbsen. Damit lässt sich das Fleischgericht erweitern, ohne eine zweite Fleischzubereitung einplanen zu müssen. Auch ein Kartoffelsalat mit Dressing ohne Mayonnaise kann vorbereitet werden.

Für eine Abweichung eignen sich Rote Bete,Sellerieknoten oder einzelne Linsen anstelle einiger Kartoffeln. Die Rindfleischversion enthält weder Getreide noch Hülsenfrüchte und lässt sich daher nach Paleo-Richtlinien zubereiten, sofern Brühe, Öl und Gewürze passen. Bei einer vegetarischen Variante wird das Fleisch durch Linsen oder weiße Bohnen ersetzt und mit koscherer Gemüsebrühe gekocht.

Aufbewahren und Nachkochen

Reste werden nach dem Essen rasch abgekühlt und anschließend in verschlossenen Behältern im Kühlschrank aufbewahrt. Der warme Topf eignet sich dafür nicht, da darin gespeicherte Speisen zu lange warm bleiben. Gekochtes Cholent hält etwa drei bis vier Tage, wenn es zeitnah gekühlt und durchgehend gut verschlossen ist.

Zum Aufwärmen wird eine Portion mit etwas Brühe oder Wasser in einen Topf gegeben und langsam erwärmt. Die Kartoffeln behalten ihre Form besser, wenn sie nicht überhitzt werden. Größere Mengen können portionsweise eingefroren werden; das Auftauen erfolgt im Kühlschrank. So bleibt das Gericht auch am nächsten Tag saftig, würzig und zuverlässig genießbar.


Über uns

Hinter „natürlich essen" stehen Torsten Fleischer und Lars Brouwers. Torsten ist als Personal Trainer in Berlin tätig, Lars ist Autor und beschäftigt sich mit Ernährungsthemen. Gemeinsam verbindet sie die Leidenschaft für natürliches Essen – auf dem Blog verweisen sie auch auf eigene Literatur.

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